Der Name der Stadt Kiew (Ukraines Hauptstadt) in isländischer Sprache

Der Name von Ukrai­nes Haupt­stadt – Kiew – wird in fast allen Spra­chen der Erde mehr oder weni­ger klang­ähn­lich behan­delt und mit den ent­spre­chen­den Buch­sta­ben die­ser Lau­te auch geschrie­ben. Jedoch kennt die islän­di­sche Spra­che auch einen ande­ren Namen für die ukrai­ni­schen Haupt­stadt: Kænug­arður.

Der ande­re Name der ukrai­ni­schen Stadt in der islän­di­schen Spra­che – Kænug­arður – besteht aus zwei Wort­tei­len: kæna und garður. kæna bedeu­tet „(klei­nes) Schiff“ und garður kann hier als umzäun­tes, befrie­de­tes Gebiet ver­stan­den wer­den. Even­tu­ell gab es im frü­hen Mit­tel­al­ter dort eine Werft oder ein Hafen, wo Schif­fe her­ge­stellt wor­den sind oder anle­gen konn­ten. In der christ­li­chen Geschich­te von Island heißt es, dass Þor­val­dur Kon­rá­ðs­son (Thor­vald Kon­rads­son) und Stef­nir Þor­gils­son (Stef­nir Thor­gils­son) um die Welt reis­ten, um das Chris­ten­tum zu pre­di­gen, und dabei Kiew besuch­ten. So geschah es, dass die­ses Wort als Stadt­na­me für Kiew in Island sei­nen Ein­zug fand.

Der Name Kænug­arður als altes islän­di­sches Wort für Kiew wur­de schon im 10. Jahr­hun­dert erst­mals erwähnt und fin­det sich in eini­ge spä­te­re Abschrif­ten frü­he­rer Quel­len wie­der. So fin­det man das Wort in der Form Kænu­gard in der Gaut­reks saga (eine Sage zum goti­schen König Gaut­rek) und im Fla­tey­jar­bókd (umfang­reichs­te Hand­schrif­ten­samm­lung der islän­di­schen Früh­zeit), aber auch in der Form Kænug­arðr im Hauks­bók (Hand­schrift mit alt­is­län­di­schen Abschrif­ten) und in der Guð­mun­dar­sö­gu.

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